Im Oktober 2026 häufen sich die Warnungen vor Rechnungsbetrug in Deutschland. Mehrere offizielle Stellen haben in den letzten Wochen Unternehmen und Privatpersonen vor verschiedenen Maschen gefälschter Rechnungen und betrügerischer E-Mails gewarnt.

Massive Betrugswelle bei gefälschten Steuerbescheiden

Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen hat in einer aktuellen Auswertung alarmierende Zahlen veröffentlicht. Seit Ende August 2026 drohen Betrüger in gefälschten E-Mails, die angeblich vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) stammen, zusätzlich mit Pfändungsbeschlüssen. Die erfassten Beträge liegen zumeist im dreistelligen, teilweise sogar im vierstelligen Euro-Bereich. Insgesamt wurden über 570 vollendete und versuchte Betrugsdelikte mit derselben Vorgehensweise registriert – ein beunruhigender Anstieg, der zeigt, wie systematisch Kriminelle vorgehen.

Handelsregister-Rechnungen: Betrüger fordern Gebühren

Die Handwerkskammer Dortmund warnt Betriebe gezielt vor einer anderen Betrugsmasche. Dabei versenden Kriminelle gefälschte Rechnungen, die behaupten, dass Unternehmen Gebühren für vermeintliche Handelsregisterbekanntmachungen zahlen müssen. Ein typisches Erkennungszeichen ist, dass im Briefkopf zwar ein Amtsgericht genannt wird, aber ohne konkrete Ortsangabe. Bei den Schreiben handelt es sich um reine Betrugsversuche.

Phishing-Welle von Banken und Behörden

Die Finanzaufsicht BaFin warnt seit Oktober vor massiven Phishing-Kampagnen in ihrem Namen. E-Mails fordern Empfänger zum Antworten, Anklicken von Links oder zum Unterschreiben auf. Parallel dazu kursieren gefälschte E-Mails vermeintlich von Sparkassen, Volksbanken und PayPal, in denen Kunden aufgefordert werden, persönliche Daten zu bestätigen oder angeblich fällig werdende Rückerstattungen anzunehmen.

Tipps zur Erkennung gefälschter Rechnungen

So reagieren Sie richtig

Wenn Sie eine verdächtige Rechnung erhalten: Kontaktieren Sie das betreffende Unternehmen über die offizielle Telefonnummer oder Website, nicht über Kontaktdaten aus der verdächtigen E-Mail. Widersprechen Sie schriftlich dem angeblichen Vertragsabschluss und zahlen Sie nicht. Melden Sie Phishing-E-Mails an das Phishing-Radar der Verbraucherzentralen oder erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Wie erkenne ich eine gefälschte Rechnung?
Typische Merkmale sind: unerwartete Leistungen, die Sie nicht beauftragt haben, verdächtige Absenderadressen, extrem kurze Zahlungsfristen, Drohungen mit Mahnverfahren oder fehlende konkrete Informationen zum Unternehmen.
Was soll ich tun, wenn ich eine verdächtige Rechnung erhalten habe?
Zahlen Sie nicht sofort. Rufen Sie das Unternehmen unter einer offiziellen Nummer an, um die Echtheit zu klären. Widersprechen Sie schriftlich und melden Sie die E-Mail den Behörden oder Verbraucherzentralen.
Welche Behörden warnen aktuell vor Rechnungsbetrug?
Das LKA NRW, die BaFin, Verbraucherzentralen und Handwerkskammern warnen regelmäßig vor neuen Maschen. Diese Warnungen finden Sie auf den offiziellen Websites und im Phishing-Radar der Verbraucherzentralen.
Kann ich verdächtige Rechnungen überprüfen lassen?
Ja, auf dieser Website können Sie Rechnungen kostenlos auf Fälschungsmerkmale prüfen. Sie können auch den Assistenten der Verbraucherzentralen nutzen oder die Schwarzliste der Inkasso-Betrügereien einsehen.

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