Im Oktober 2026 häufen sich Betrugsfälle mit gefälschten und manipulierten Rechnungen in Deutschland. Aktuelle Warnungen von Behörden und Verbraucherzentralen zeigen neue Betrugsmaschen, auf die insbesondere Privatpersonen und Unternehmen achten sollten.

Invoice Hijacking: Millionenschäden durch abgefangene Rechnungen

Ein aktueller Fall aus München macht deutlich, wie gefährlich moderner Rechnungsbetrug geworden ist: Eine Käuferin überwies 1,1 Millionen Euro Kaufpreis für eine Wohnung auf ein Konto, das in einer Maklerrechnung angegeben war. Das Problem: Betrüger hatten die PDF-Rechnung während des Versands abgefangen und die Kontonummer manipuliert. Diese Betrugsmasche wird als "Invoice Hijacking" bezeichnet und zielt gezielt auf größere Geldtransfers ab.

Die Täter fangen Rechnungen beim Versand ab, ersetzen die legitime Bankverbindung durch ein eigenes Betrügerkonto und leiten das manipulierte Dokument an den Empfänger weiter. Besonders tückisch: Die Rechnung wirkt völlig echt und wird oft zwischen legitimen Geschäftspartnern versendet.

CloudRec Europe und andere Fake-Rechnungen

Auch Unternehmen sind vermehrt im Visier. Die IHK Schleswig-Holstein warnte im Juni 2026 vor Fake-Rechnungen der Firma "CloudRec Europe", die angebliche Leistungen für "DSGVO-konforme Cloud-Infrastruktur" abrechnet – Services, die Empfänger nie beauftragt haben. Solche Rechnungen wirken täuschend echt und sollen schnelle Zahlungen provozieren.

Ähnliche Maschen kursieren mit Absenderbezeichnungen wie "Web Domain Deutschland" (Februar 2026), wo Beträge um 250 Euro für Domain-Registrierungen verlangt werden, die nicht stattgefunden haben.

Betrügerische Online-Portale heute gemeldet

Die Verbraucherzentrale Hamburg warnte am 12. Oktober 2026 vor perfiden Online-Formularen, auf denen Verbraucher bereits dann zur Zahlung aufgefordert werden, wenn sie das Ausfüllen abbrechen. Portale wie verbrauchervorlagen.de, rundfunkbeitragsservices.de und post-kundenportal.com stellen Rechnungen für Aufwandsersatz, obwohl kein Auftrag abgeschlossen wurde. Die Beträge liegen zwischen 40 und 60 Euro.

Wie erkennt man Fake-Rechnungen?

So schützen Sie sich

Experten empfehlen:

Die Verbraucherzentralen raten einheitlich: Wer nichts bestellt hat, muss auch nichts zahlen. Im Zweifelsfall schriftlich widersprechen und Behörden informieren.

Was ist Invoice Hijacking?
Betrüger fangen echte Rechnungen beim E-Mail-Versand ab, ändern die Bankverbindung und leiten das manipulierte Dokument an den Empfänger weiter. So werden oft hohe Beträge auf Betrügerkonten umgeleitet.
Wie erkenne ich eine gefälschte Rechnung?
Achten Sie auf: unerwartete Rechnungen, sehr kurze Zahlungsfristen (weniger als 14 Tage), ausländische IBANs, verdächtige E-Mail-Adressen und starken Zahlungsdruck mit Drohungen.
Was soll ich tun, wenn ich eine verdächtige Rechnung erhalte?
Nicht zahlen. Kontaktieren Sie das Unternehmen über bekannte, offizielle Kanäle. Widersprechen Sie schriftlich und erstatten Sie ggf. Anzeige bei der Polizei oder informieren Sie eine Verbraucherzentrale.
Kann ein KI-Tool gefälschte Rechnungen erkennen?
Ja. KI-basierte Prüftools analysieren Rechnungen auf typische Fälschungsmerkmale wie verdächtige Datenstrukturen, Absender, Zahlungskonten und Fristen. Verdächtige Rechnungen können direkt online überprüft werden.

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