Die Betrugsversuche mit gefälschten Rechnungen nehmen weiterhin zu. Mehrere deutsche Behörden und Verbraucherschutzorganisationen warnen derzeit vor drei besonders verbreiteten Maschen, die Unternehmen und Privatpersonen gezielt täuschen.

Gefälschte Handelsregister-Rechnungen: Das Risiko für neue Unternehmen

Die Handwerkskammer Dortmund warnt seit September 2026 verstärkt vor gefälschten Rechnungen, die vermeintlich von Amtsgerichten stammen. Die Betrüger fordern in diesen Schreiben Gebühren für Handelsregisterbekanntmachungen ein – eine klassische Zielgruppe sind neu gegründete Unternehmen, die mit solchen administrativen Prozessen weniger vertraut sind. Die gefälschten Rechnungen wirken täuschend echt und schaffen mit künstlichem Zeitdruck psychologischen Druck auf die Empfänger.

Ein besonderes Erkennungsmerkmal dieser Betrugsmasche: Im Briefkopf wird zwar ein Amtsgericht genannt, jedoch ohne weitere Ortsbezeichnung. Achten Sie darauf, dass echte amtliche Schreiben immer vollständige Kontaktdaten und einen offiziellen Briefkopf enthalten.

Gefälschte Steuerbescheide im Umlauf

Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) hat im September 2026 erneut vor einer Welle betrügerischer E-Mails gewarnt. Kriminelle versenden täuschend echte Steuerbescheide, um Empfänger zur Zahlung zu bewegen oder zur Eingabe persönlicher Daten zu verleiten. Diese betrügerischen Nachrichten sind besonders gefährlich, da sie amtliche Autorität vortäuschen und finanzielle sowie persönliche Schäden anrichten können.

Warnsignal: Unerwartete Steuerforderungen per E-Mail sind ungewöhnlich. Echte Steuerbescheide werden üblicherweise auf dem Postweg zugestellt.

Online-Abo-Fallen: Die Margot-Brands-Betrugsmasche

Eine besonders raffinierte Betrugsmasche spielt sich bei Online-Abos ab. Verbraucher erhalten Rechnungen für Dienstleistungen, an deren Abschluss sie sich nicht erinnern – etwa für Ernährungscoachs (Novavitalia), KI-Assistenten (Bongo-Chat) oder Astrologe-Seiten (Astrolonova). Die Forderungen liegen häufig zwischen 200 und 300 Euro.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat aufgeklärt: Hinter all diesen unterschiedlichen Unternehmensbezeichnungen steckt dieselbe Firma – die Margot Brands Limited aus Hongkong. Betroffene hatten nie Kontakt zu diesem Unternehmen und können sich keinen Vertragsabschluss erklären. Dies ist kein Zufall: Die Betrüger arbeiten mit industriellen Massenversand-Techniken und hoffen auf Quoten von Zahler, die aus Verunsicherung überweisen.

So schützen Sie sich

Die Betrüger werden immer professioneller. Eine sorgfältige Überprüfung jeder eingehenden Rechnung ist daher essentiell – besonders für Unternehmen, die täglich mit Rechnungswesen befasst sind.

Woran erkenne ich eine gefälschte Rechnung vom Amtsgericht?
Echte Schreiben vom Amtsgericht enthalten immer einen vollständigen, offiziellen Briefkopf mit Adresse und Ansprechperson. Gefälschte Rechnungen weisen Ortsbezeichnungen auf oder haben generische Formulierungen. Vergleichen Sie zudem immer das Aktenzeichen mit bisheriger Korrespondenz.
Was soll ich tun, wenn ich eine verdächtige Rechnung erhalte?
Zahlen Sie nicht, bevor Sie die Legitimität überprüft haben. Kontaktieren Sie den angeblichen Absender direkt unter einer selbst recherchierten Telefonnummer – nicht der Nummer auf der Rechnung. Widersprechen Sie schriftlich und melden Sie Betrug der Polizei.
Kann ich mein Geld zurückholen, wenn ich bereits bezahlt habe?
Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank und versuchen Sie, eine Rückbuchung einzuleiten. Melden Sie den Betrug auch der Polizei, um eine Anzeige zu erstatten. Je schneller Sie handeln, desto höher sind die Chancen auf Rückerstattung.
Welche Firmen sind derzeit in Betrugsmeldungen prominent?
Aktuell sind Margot Brands Limited (hinter Novavitalia, Bongo-Chat, Astrolonova), Web Domain Deutschland und gefälschte Amtsgerichtsbriefe besonders verbreitet. Seien Sie skeptisch bei unerwarteten Rechnungen dieser Absender.

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